Thermoholz oder Fichte? Das richtige Holz für deine Fasssauna
Thermoholz oder nordische Fichte? Wir erklären, was die Wärmebehandlung bewirkt, wie beide Holzarten altern, welche Pflege sie brauchen und wie du sicher die richtige Wahl triffst.
Inhalt 9 Abschnitte
Das Wichtigste in Kürze
- Thermoholz ist bei uns nordische Fichte, die ohne chemische Zusätze allein durch Hitze und Wasserdampf veredelt wurde – unsere Premium-Variante. Es arbeitet weniger, harzt nicht und ist im Außenbereich deutlich widerstandsfähiger.
- Nordische Fichte ist der klassische Saunabaustoff: hell, frisch duftend und angenehm – außen aber deutlich pflegeintensiver und auf konsequenten Schutz angewiesen.
- Beide Holzarten vergrauen ohne Lasur. Lasiert wird nur außen, innen bleibt das Holz unbehandelt.
- Am Ende entscheiden Optik und Pflegeaufwand. Am besten siehst du dir beide Holzarten in unserer Ausstellung an.
Thermoholz oder Fichte? Diese Frage hören wir in der Beratung sehr oft. Die gute Nachricht vorweg: Mit beiden Holzarten bekommst du eine Fasssauna, an der du lange Freude hast, wenn du sie richtig pflegst. Die Unterschiede liegen in der Optik, im Pflegeaufwand und darin, wie stark das Holz auf Wetter reagiert.
Was ist Thermoholz?
Thermoholz ist keine eigene Baumart, sondern das Ergebnis einer Wärmebehandlung. Das Holz wird in einer Kammer langsam auf Temperaturen erhitzt, die weit über denen in einer Sauna liegen – unter Wasserdampf und weitgehend ohne Sauerstoff, damit es nicht verbrennt. Chemische Zusätze braucht es dafür nicht.
Die Hitze verändert das Holz dauerhaft und durch und durch: Bestandteile, die Wasser binden und Pilzen als Nahrung dienen, werden umgewandelt, Harz wird weitgehend ausgetrieben. Zurück bleibt ein warmer Braunton, der nicht nur an der Oberfläche liegt. Bei uns ist auch das Thermoholz nordische Fichte – nur eben thermisch veredelt. In unserem Sortiment ist es die Premium-Variante.
Was die Wärmebehandlung bewirkt
- Formstabiler: Thermoholz nimmt weniger Feuchtigkeit auf und quillt und schwindet deshalb weniger.
- Widerstandsfähiger: Feuchte, Pilze und Insekten setzen ihm weniger zu.
- Harzfrei: Es treten keine Harztropfen aus – auch nicht an warmen Stellen in der Kabine.
- Etwas spröder: Kanten sind stoßempfindlicher als bei unbehandelter Fichte. Beim Aufbau lohnt sich ein behutsamer Umgang mit den Brettern.
Nordische Fichte: der Klassiker unter den Saunahölzern
Fichte ist der traditionelle Baustoff für Saunen. Sie ist hell, lässt sich gut verarbeiten und verbreitet in der Wärme einen frischen Holzduft. Wie jedes Holz leitet sie Wärme nur schlecht – Wände und Bänke fühlen sich deshalb auch bei Saunatemperatur angenehm an.
Die Kehrseite: Fichte ist deutlich pflegeintensiver, denn sie arbeitet stärker. Sie nimmt bei Regen mehr Wasser auf, quillt, gibt die Feuchtigkeit bei Trockenheit wieder ab und schwindet. Außerdem kann sie Harz absondern, vor allem an Ästen und an Stellen, die beim Saunieren besonders warm werden. Das ist ein natürliches Holzmerkmal und völlig normal.
Optik: hell und frisch oder warm und dunkel?
Frisch aufgebaut wirkt eine Fasssauna aus Fichte hell und skandinavisch, eine aus Thermoholz warm und dunkler. Innen bestimmt die Holzart das Raumgefühl: Helle Fichte lässt die Kabine offener wirken, Thermoholz schafft eine ruhige, gemütliche Stimmung.
Warum beide Holzarten vergrauen
Draußen zersetzt das UV-Licht der Sonne nach und nach den Holzbestandteil, der für die Farbe sorgt. Regen wäscht die Reste aus, zurück bleibt eine silbergraue Oberfläche. Das passiert bei Fichte genauso wie bei Thermoholz – der Braunton der Wärmebehandlung ist also nicht lichtbeständig.
Vergrauung ist in erster Linie ein optisches Thema. Wer die Farbe erhalten möchte, kommt um eine Außenlasur nicht herum. Wer den Grauton mag, findet im Fachhandel auch Lasuren mit grauen Pigmenten, die die Patina gleichmäßig vorwegnehmen.
Pflegeaufwand: Was beide Holzarten brauchen
Deine Fasssauna kommt unbehandelt. Egal ob Fichte oder Thermoholz: Die Außenseite bekommt direkt nach dem Aufbau an einem trockenen Tag eine Lasur, damit das Holz nicht lange ungeschützt im Regen steht. Danach frischst du sie in der Regel einmal im Jahr auf.
- Unsere Empfehlung für beide Holzarten: die farblose Remmers HK-Lasur 3in1. Sie bringt Imprägnierung und Holzschutz gleich mit und schützt das Holz deiner Sauna damit rundum. Auch die farbigen Töne der HK-Lasur 3in1 sind sehr empfehlenswert – wähle einfach den, der dir gefällt, zum Beispiel passend zu Gartenhaus, Bank, Holzhaus oder Dachfarbe.
- Spannbänder müssen bei Thermoholz seltener nachgezogen werden, weil es weniger arbeitet. Kontrolliert werden sie bei beiden Holzarten trotzdem regelmäßig.
Das Lasieren gehört nicht zu unserem Montageservice. Du übernimmst es selbst oder buchst unseren Lasurservice gegen Aufpreis dazu. Wie das ganze Pflegejahr aussieht, zeigt dir unser Pflegekalender für die Fasssauna.
Haltbarkeit: Was wirklich zählt
Im Außenbereich ist Thermoholz die robustere Wahl: Es nimmt weniger Wasser auf und ist weniger anfällig für Pilzbefall. Fichte hält ebenfalls lange, wenn du sie konsequent schützt – also lasierst, lüftest und stehendes Wasser vermeidest.
Ehrlicherweise hängt die Lebensdauer aber oft stärker an anderen Dingen als an der Holzart: an einem ebenen, tragfähigen Fundament, an einer Sauna, die waagerecht steht, an freien Lüftungsöffnungen und an einer Lasur, die nicht jahrelang vergessen wird. Auch Thermoholz verzeiht dauerhaft stehendes Wasser nicht.
Innen und außen: Wo du den Unterschied merkst
Bei einer Fasssauna ist jede Daube Innen- und Außenwand zugleich. Mit der Holzart entscheidest du also über beides: wie die Sauna im Garten aussieht und wie es sich drinnen anfühlt.
Außen zeigt Thermoholz seine Stärken am deutlichsten: weniger Quellen und Schwinden, weniger feine Fugen nach Trockenphasen, seltener Nachspannen. Innen zählt vor allem die Harzfreiheit, gerade auf Bänken und Rückenlehnen – Fichte kann dort an warmen Stellen kleine Harztropfen bilden. Thermoholz duftet anfangs oft leicht rauchig; das lässt mit der Zeit nach.
Wichtig: Innen wird bei keiner Holzart lasiert, geölt oder lackiert – solche Anstriche dünsten beim Heizen aus. Zum Schutz der Bänke nutzt du ein Liegetuch und allenfalls ein spezielles Saunawachs oder einen wasserlöslichen Saunaschutz.
Thermoholz und Fichte im direkten Vergleich
| Kriterium | Nordische Fichte | Thermoholz |
|---|---|---|
| Herstellung | naturbelassen | mit Hitze und Wasserdampf veredelt, ohne Chemie |
| Farbe neu | hell | warmes Braun, durchgehend |
| Außen ohne Lasur | vergraut | vergraut ebenfalls |
| Harz | kann austreten | harzfrei |
| Quellen und Schwinden | deutlich | geringer |
| Spannbänder | häufiger nachziehen | seltener nachziehen, trotzdem prüfen |
| Raumgefühl innen | hell, frischer Holzduft | dunkler, gemütlich, anfangs leicht rauchig |
| Robustheit außen | gut bei konsequenter Pflege | höher |
| Pflegeaufwand | hoch | geringer |
| Einordnung bei uns | klassische Variante | Premium-Variante |
| Verarbeitung | weniger spröde | etwas spröder, Kanten stoßempfindlicher |
So triffst du die Entscheidung
Fichte passt zu dir, wenn du den hellen, natürlichen Look magst, regelmäßige Pflege nicht scheust und dich an gelegentlichen Harztropfen nicht störst. Thermoholz – unsere Premium-Variante – passt, wenn du eine warme, dunkle Optik suchst, dir möglichst wenig Pflegeaufwand wünschst und Wert auf mehr Widerstandsfähigkeit im Außenbereich legst.
Entscheide am besten nicht nur nach Fotos, sondern mit dem Holz vor Augen. In unserer Ausstellung in Lünen siehst du nach Terminvereinbarung aufgebaute Saunen und vergleichst Farbe und Oberfläche bei Tageslicht.
Unser Tipp: Mach vorher ein paar Fotos von Hauswand, Terrasse und Gartenmöbeln und nimm sie mit in die Ausstellung. So siehst du schnell, welcher Farbton zu deinem Garten passt.
Für einen Termin schreib uns über die Kontaktseite, welche Modelle und Holzarten dich interessieren – dann sorgen wir dafür, dass du beide Holzarten sehen kannst. Einen Überblick über alle Modelle findest du bei unseren Fasssaunen.
Häufige Fragen
Muss Thermoholz lasiert werden?
Ja, außen schon. Ohne Lasur vergraut auch Thermoholz durch UV-Licht und Witterung. Die Lasur schützt das Holz und hält die Farbe länger frisch. Innen wird Thermoholz – genau wie Fichte – nicht behandelt.
Harzt Fichte in der Sauna?
Das kann vorkommen, vor allem an Ästen und an Stellen, die beim Saunieren sehr warm werden. Harz ist ein natürlicher Bestandteil der Fichte. Thermoholz ist durch die Wärmebehandlung harzfrei.
Ist Thermoholz automatisch die bessere Wahl?
Thermoholz ist unsere Premium-Variante: formstabiler, im Außenbereich robuster und deutlich pflegeleichter, dafür etwas spröder. Fichte hält ebenfalls lange, braucht aber konsequente Pflege. Am Ende entscheiden dein Geschmack und wie viel Pflege du übernehmen möchtest.
Kann ich die Holzarten vor dem Kauf ansehen?
Ja. Nach Terminvereinbarung kannst du aufgebaute Saunen in unserer Ausstellung in Lünen ansehen. Sag uns vorab, welche Modelle und Holzarten dich interessieren.


